Auf der Achterbahn geradeaus fahren?
Hallo, ich bin Dani und schreibe hier meinen persönlichen Blog. Es ist ein Ort für Gedanken, Projekte, kleine Abenteuer und natürlich ADHS.
Mein Lebenslauf ist bunt. Ich konnte mich nie auf einen einzigen Weg festlegen. So bin ich im Handwerk, in der Technik, im Journalismus, in der Kommunikation, im Handel, im E-Commerce und im Unternehmertum unterwegs gewesen. Heute arbeite ich als Projektleiter in der IT und schreibe nebenbei in diesem Blog über alles, was mich bewegt.
Grosse Erfahrung mit Erfahrungen
Meine Wege waren nie gerade, dafür spannend und oft auch sehr herausfordernd. Nach meiner Berufslehre wusste ich: Das war’s noch nicht. Also habe ich mich immer wieder neu erfunden, probierte Neues aus, ergriff Chancen und fiel dabei auch mal auf die Nase. Manche Stationen waren Volltreffer, andere Umwege und manche sogar chaotisch. Aber aus jedem Kapitel habe ich Erfahrungen mitgenommen – teils wertvolle, andere schmerzlich.
Einen grossen Verschleiss hatte ich bei Hobbys. Zu Beginn verfolgte ich die jeweils aktuelle Freizeitbeschäftigung mit enormer Begeisterung. Nach einer gewissen Zeit liess diese nach und es wurde mir langweilig. Ich benötigte neue Reize. Hier eine Auswahl meiner Hobbys, die ich im Laufe der Zeit mehr oder weniger lang ausübte: Skifahren, Langlaufen, Rennradfahren, Klettern, Skitouren, Freeriden, Snowboarden, Mountainbiken. Ausserdem Gleitschirmfliegen, Auto- oder Motorradfahren wie ein Irrer, Umweltaktivist sein, Goa-Partys feiern, DJ machen, am Computer hängen, Fotografieren, Drohnen bauen und Drohnen fliegen. Später dann campen, wandern, Websites erstellen, Haus umbauen, am Camper basteln und so weiter und so fort. Alles mit vollem Einsatz und Risiko sowie bestem Equipment. Und wenn ich zwischendurch das Gefühl hatte, so kann es nicht weitergehen, missbrauchte ich Substanzen, um meinem Hirn die dringend benötigte Ruhe vom Dauersprint zu gönnen.
Na klar: ADHS
Mit über fünfzig war es an der Zeit, dem Rätsel auf den Grund zu gehen: Warum fühle ich mich oft wie ein Alien, das die falsche Galaxie erwischt hat? Und weshalb bin ich oft nur noch erschöpft und übersensibel?
Es benötigte ein erhellendes Gespräch mit einer Person, die ADHS hat, sowie ein Gespräch mit meinem Hausarzt. Danach stand der Verdacht im Raum, dass hinter meinen Verhaltensweisen vielleicht ADHS stehen könnte. Nach einer Wartezeit von einem halben Jahr bekam ich endlich einen Termin zur Abklärung bei einem Facharzt für Psychiatrie. Seine Diagnose war glasklar und für mich sehr befreiend: kombiniertes ADHS, hochgradig ausgeprägt.
Und schlagartig verstand ich, dass meine ganze Herumkurverei nicht einfach Chaos war. Die ständige Suche nach neuen Reizen, das schnelle Langweilen in Routinen, der Drang nach Abwechslung, die Ungeduld, die Lust am Risiko, meine Hochsensibilität, mein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, meine grosse Harmoniebedürftigkeit, die Mühe mit Autoritäten – lauter typische ADHS-Merkmale. Was andere als sprunghaft, ja chaotisch sahen, war in Wahrheit mein Gehirn auf der Suche nach Stimulation.
Mein Blog – mein Ventil
Warum dieser persönliche Blog? Ganz einfach: Schreiben ist für mich ein Ventil. Hier halte ich fest, was mir wichtig ist – von fabelhaften, aber auch chaotischen Ideen, über Erfahrungen mit diversen Projekten bis zu persönlichen Gedanken oder Reisegeschichten aus dem Camper.
Wenn dich diese Mischung aus Gedanken, Projekten und Alltagsgeschichten sowie die Thematik ADHS anspricht, freue ich mich, wenn du mitliest oder mir eine Nachricht schreibst. Und wenn du dich in meiner Geschichte wiedererkennst: Es ist nie zu spät für Klarheit.
Herzlich willkommen auf meiner digitalen Spielwiese!
Dani